ASK Brooklyn Museum

Im Brooklyn Museum in NYC können Besucher_innen über eine App direkt mit dem Team des Museums interagieren. Individuelle Fragen zu Objekten, Künstler_innen und dem Museum werden von den Expert/innen unmittelbar beantwortet. Die App ASK wurde 2016 nach 2-jähriger Entwicklungszeit gelauncht und ist im Museumsfeld einzigartig. Wir haben die App ausprobiert.

ASK ist sehr einfach aufgebaut. Direkt nach dem Download kann im Museum über das Menü der Chat gestartet werden. Das Team der Expert/innen stellt sich kurz mit einem Foto vor – transparent, einen persönlichen Bezug schaffend und bestätigend, dass wir nicht mit einer AI sprechen – und schon kann es losgehen.

ASK Brooklyn Museum, January 2020
ASK Brooklyn Museum, January 2020

Schnell ist die erste Frage eingegeben. Ein Foto des interessierenden Kunstwerkes kann zur Illustration mitgeschickt werden. Gespannte Erwartung, als uns die blinkende Sprechblase bereits nach drei Minuten anzeigt, dass auf der anderen Seite die Antwort formuliert wird. Der Dialog ist wirklich unmittelbar! Die Antwort auf unsere Frage ist sehr informativ und umfasst viele Informationsebenen. In einfachen und verständlichen Sätzen werden Kunstwerke und ihre Beziehung zueinander dargelegt. Mit den neu gewonnen Hintergrundinformationen können wir uns eingehender mit den Arbeiten beschäftigen und entwickeln so einen viel tieferen Bezug zu ihnen.

ASK Brooklyn Museum, January 2020
ASK Brooklyn Museum, January 2020

Ein weiterer Faktor für den Erfolg der App ist die Anonymität der Fragenden. Diese schafft laut Sara Devine, die an der Entwicklung der App beteiligt war, einen sicheren Raum, in dem die Menschen ohne Furcht vor Bloßstellung oder Peinlichkeit ihre Fragen stellen können (Devine in Rodney, 2016).

Die Dauer der Interaktion wird ganz von der nutzenden Person bestimmt. So kann sich der Dialog über mehrere Kunstwerke und Ausstellungräume erstrecken oder nach einer Frage enden. Alles geht vom Nutzenden aus. Die App ermöglicht es, den eigenen Interessen und dem eigenen Rhythmus folgend das Museum und seine Objekte zu entdecken und dabei immer eine_ Expert_in an der Hand zu haben. Dadurch entsteht ein ganz neues und sehr intensives Besuchserlebnis.

Kommunikation

Die App ASK ist im Museum sehr präsent: sie wird im gesamten Leitsystem kommuniziert. Bereits an der Aussenfassade ist auf einem großen Banner ein Hinweis auf die App angebracht – im gleichen Format wie die Ausstellungsankündigung! Im Eingangsbereich finden sich wieder viele Hinweise. Ebenso auf den Ausstellungstexten, ausgewählten Objektbeschriftungen und den Drucksorten.

20200112_1130067136943928707603484.jpgBrooklyn Museum, January 2020

Fazit

ASK ist ein wegweisendes zeitgemäßes Vermittlungstool. Die App entspricht den kommunikativen Anforderungen und Erwartungen vieler Menschen im digitalen Informationszeitalter: die Kommunikation ist dialogorientiert, zeit- und ortsunabhängig initiierbar und findet über einen von ihnen präferierten Kommunikationskanal – das eigene Mobiltelefon – statt. Dadurch erreicht das Museum neue Besuchergruppen, die „klassische“ Angebote der Kunstvermittlung nicht in Anspruch nehmen. Der Vermittlungswert ist durch die individuelle und unmittelbare Betreuung der Besuchenden qualitativ sehr hoch. Ohne Zeitverzögerung wird am Ort und zum Zeitpunkt der Auseinandersetzung genau jene Information übermittelt, die den Museumsbesuchenden fehlt. Ein ungaublicher Mehrwert für das Besuchserlebnis.

Links

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References

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